Morbus Hashimoto

(chronische entzündliche Schilddrüsenerkrankung = chron. AIT)

(Aufgrund der hohen Nachfrage können Termine für die Schilddrüsen-Sprechstunde bis auf Weiteres nicht angeboten werden.)

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Die in Deutschland mittlerweile flächendeckende Verwendung von jodiertem Speisesalz in nahezu allen Nahrungsmitteln, hat über die letzten Jahre fast zu einer Normalsierung der Jodversorgung in Deutschland geführt. Wir konnten dies über die Jahre anhand vieler Jod-Serum Messungen erkennen.

Dabei beobachten wir ein spürbares Nachlassen der früher häufigen Kropferkrankung (= Vergrößerung der SD).

Parallel dazu kommt es zu einer erkennbaren Zunahme chronisch entzündlicher Schilddrüsenerkrankungen in unserer Sprechstunde, welche bei „normaler“ Jodversorgung häufiger auftreten als im früheren Jodmangel.

Unglücklicherweise verläuft die chronische Schilddrüsenentzündung derart langsam, dass sie quasi nie schmerzhaft zum Ausdruck kommt und so zunächst sehr lange unbemerkt bleiben kann. Durch die schleichende, meist autoimmune Entzündung, wird das Schildrüsengewebe nachhaltig und unreparabel geschädigt, die Folge ist eine langsam einsetzende Schilddrüsenunterfunktion.

Häufig stellen sich zunächst kaum merkliche, unspezifische Allgemeinbeschwerden ein, die meist nicht spontan mit einer Schildrüsenfehlfunktion in Verbindung gebracht werden (z.B. Haarausfall, Schwindel, Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin, etc.).

Der empfindlichste Schildrüsenlaborwert im Blut, das TSH (Thyroidea-Stimulierendes-Hormon) kann dabei lange im (oberen) Normbereich verbleiben und erst verspätet auf die schon bestehende Erkrankung hinweisen. Auch lokale Halsbeschwerden treten häufig nicht, oder nur als „Kloßgefühl“, geringe Schluckbeschwerden oder Heiserkeit (Räusperzwang) auf.

Bleibt die Erkrankung über einen längeren Zeitraum unentdeckt und unbehandelt, verstärken sich üblicherweise die Allgemeinbeschwerden bis hin zu extremer Müdigkeit (Fatigue-Syndrom, CFS), Leistungsmangel, Depression, uva. Daneben liegen zu diesem Zeitpunkt meist schon weitere, auffällige Stoffwechselentgleisungen, vorzugsweise bei Spurenelementen, Mineralstoffen und Vitaminen vor.

Die Erkrankung weist eine erstaunliche erbliche Komponente auf, so findet sich die Erkrankung i.d.R. bei über 90% aller Frauen in einer Familie. Männer dagegen sind etwa nur zu einem Zehntel davon betroffen. Der spürbare Ausbruch der Unterfunktion kann in quasi jedem Lebensalter stattfinden. Kinder weisen z.T. eine auffallend paradoxe Symptomatik auf. Die Verlangsamung des Grundstoffwechsels im Rahmen der SD-Unterfunktion kann dabei ähnliche Ausprägungen erreichen wie beim sog. „Zappel-Philip“-Syndrom (ADHS).

Seit etlichen Jahren haben wir unsere Schilddrüsensprechstunde gezielt auf dieses zunehmende Krankheitsbild ausgerichtet. Dabei steht neben einer gründlichen Diagnostik mit allen erforderlichen Maßnahmen (Anamnese, Sonografie, Labor, ggf. Szintigraphie) auch die Überprüfung besonderer Stoffwechselparameter im Vordergrund. Daneben bei Bedarf ein Familienscreening.

Wir beschränken uns dabei nicht nur auf die erforderliche, wichtige Einstellung der SD-Unterfunktion mittels Schilddrüsenhormonpräparaten, sondern gleichen auch aus dem „Ruder“ gelaufene Stoffwechselparameter (= Nebenbaustellen) mit aus, um so möglichst rasch ein Wohlfühlgefühl und die verlorene Leistungsfähigkeit wieder herzustellen.

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Sonografie einer Schilddrüse